Erbrecht

Wenn ein Familienmitglied verstirbt, regelt das deutsche Erbrecht die Verteilung des Erbes, der Nachlass. Es hat zum Ziel, den Willen der Verstorbenen zu verwirklichen und dabei gleichzeitig den Rechten der Erben gerecht zu werden. Rechtzeitig sollte ein Testament verfasst und darin alle wichtigen Bestimmungen klar dargelegt werden. Der Wille des Verstorbenen ist maßgeblich für die Nachlassverteilung. Doch auch hier existieren weitere Bestimmungen. Sogar nahe Themen wie Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen fallen zuweilen dem Erbrecht zu.

Erbfolge, Testamente und ihre Gültigkeit

Wer Die Verteilung des Erbes folgt einer festen Reihenfolge innerhalb der Familie, sofern kein Testament verfasst wurde. Im Erbrecht ist diese „gesetzliche Erbfolge“ festgelegt. ein Testament verfasst, um wie der Volksmund sagt „seine Angelegenheiten zu regeln“, muss verschiedene Formvorschriften beachten. Abgetippte oder digitale Testamente sind ungültig. Ein Testament muss zwingend handschriftlich verfasst, sowie mit Unterschrift und Datum versehen sein. Einen Zeugen braucht es hier nicht. Die Ausnahme bilden notariell beglaubigte Testamente. Diese können abgetippt und beim Notar bzw. Anwalt archiviert werden. Dieser prüft später die Erfüllung der Bedingungen im Testament und setzt sie gegebenenfalls um.

Weitere rechtliche Streitsachen zur „Testierfreiheit“ können aus Varianten entstehen.. Ein Beispiel sind gemeinschaftliche Testamente von Ehegatten, das sogenannte „Berliner Testament“. Auch die genannten Erbverträge greifen hier. Selbst enterbte Angehörige, die nach der gesetzlichen Erbfolge Anspruch auf einen Teil des Erbes hätten, können einen Betrag vom üblichen Teil einfordern: der Pflichtteil. Das Pflichtteilsrecht bestimmt dies als Teilbereich im Erbrecht.

Weitere Felder im Erbrecht

Nachlassverteilung und die Beantragung eines Erbscheins sind das eine Gebiet. Sonder- und Härtefälle können durchaus auch in den Bereich Erbrecht fallen. Ist der Erblasser verschuldet oder besteht gar das ganze Erbe in einer negativen Summe? Treten Erben dann das Erbe an, werden sie dann zu Schuldnern und kommen für die Schulden auf. Nur den positiven Teil eines Erbes anzutreten ist unmöglich. Häufiges Streitthema sind Schenkungen, welche vor dem Tod getätigt wurden. Bis zu einem bestimmten Zeitraum vor dem Tod können Schenkungen als Teil des Erbes verrechnet werden und somit von anderen Erben eingefordert. Die Vielfalt der Möglichkeiten und Fragen macht die Beauftragung eines Anwalts für Erbrecht ratsam.